Online-Anteil am Einzelhandel liegt bei über 13 %, vergleichsweise hoch ist der Umsatz im Non-Food-Bereich mit 19 %
„Der Onlinehandel erreicht eine immer größere Bedeutung im Einzelhandel. Mit einem Onlineanteil von 13,4 % am Gesamtumsatz – im Non-Food-Bereich sogar fast 19 % – ist E-Commerce für das Kaufverhalten zunehmend prägender. Gleichzeitig bleibt die generelle Konsumdynamik angesichts der schwachen Konjunktur und jüngst wieder steigender Inflation verhalten: Viele Verbraucher agieren vorsichtig, geben ihr Geld gezielt aus und besuchen stationäre Geschäfte eher zurückhaltend“, erklärt Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. „Insgesamt zeigt sich ein Markt, der sich im Wandel befindet: Onlineumsätze steigen deutlich, doch die Erholung des klassischen Einzelhandels vollzieht sich nur langsam.“ Im Gefolge der Pandemie sanken die Ladenlokalmieten vielerorts massiv; einer der zentralen Gründe war hierbei der wachsende Onlinehandel. Zwischen Frühjahr 2020 und Herbst 2025 gaben die Mieten größerer Ladenlokale im 1a-Geschäftkern in München um -28 % nach, in Stuttgart um -44 % und in Nürnberg um -43 %.
Anfang der 2020er Jahre hatte die Corona-Pandemie mit ihren Lockdowns die Einzelhandelslandschaft in Deutschland nachhaltig verändert. Zahlreiche Händler sowie auch Gastronomen mussten massive Umsatzeinbußen verkraften, viele Unternehmen gaben ihren Betrieb komplett auf, reduzierten ihre Filialnetze deutlich oder verlagerten ihren Schwerpunkt verstärkt auf den E-Commerce. In der Folge verschoben sich die Einzelhandelsumsätze zunehmend in den ohnehin stark wachsenden Onlinehandel. Nach dem Ende der Pandemie kehrten viele Kunden wieder in die stationären Geschäfte zurück. Insbesondere an großen Einzelhandelsstandorten liegt die Passantenfrequenz – ein zentrales Kriterium zur Bewertung der jeweiligen Retail-Lage – inzwischen wieder auf einem hohen Niveau.
Umsatzentwicklung Onlinehandel in Deutschland
Wurden laut Handelsverband Deutschland 2015 landesweit netto rd. 40 Mrd. € im Online-Geschäft umgesetzt, so hatte sich das Umsatzvolumen bis ins Jahr 2021 mit knapp 87 Mrd. € mehr als verdoppelt (+117 %). In den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 lagen die Umsatz-Steigerungen im Jahresvergleich bei +23,1 % bzw. bei +19,2 %. Im Zuge der Corona-Lockdowns mussten viele stationäre Händler zeitweise komplett schließen und die Absätze verschoben sich noch stärker in Richtung des E-Commerce.
In einem konjunkturell schwachen Umfeld entwickelte sich das Umsatzvolumen in Deutschland 2022 gegenüber dem Vorjahr erstmalig leicht rückläufig (-2,5 %), 2023 zeigten die Umsätze seitwärts (+1,0 %). Erst 2024 war wieder ein Aufwärtstrend erkennbar (+3,8 %), der sich gemäß Prognose (+4,0 %) im Jahr 2025 fortgesetzt hat.
In einem weiterhin herausforderndem Marktumfeld geht der Handelsverband Deutschland für 2026 nur von einem marginalen Umsatzwachstum im gesamten deutschen Einzelhandel aus. Gegenüber 2025 deutet die Prognose auf ein nominales Umsatzplus von 2,0 % hin (real: +0,5 %).
Im deutschen Einzelhandel spielt der Onlinehandel inzwischen eine zentrale Rolle, insbesondere im Non-Food-Bereich. Während der Online-Anteil am Einzelhandel 2021 während der Corona-Pandemie mit 14,8 % seinen bisherigen Höchststand erreichte, lag er 2024 bei 13,4 %. Besonders deutlich zeigt sich der Trend im Non-Food-Segment, wo inzwischen 18,9 % des Umsatzes online generiert werden, während der Lebensmittelhandel weiterhin überwiegend stationär bleibt – hier entfallen lediglich 3,0 % des Umsatzes auf den E-Commerce. Damit prägt der Onlinehandel zunehmend die deutsche Konsumlandschaft.
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